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Neues US-Zentrum für Betoninnovation: ACCENT beschleunigt Materialprüfung und KI-Modellierung

Angaben von ORNL trägt Beton rund 80 Prozent der US-Bauindustrie. Das Oak Ridge National Laboratory hat gemeinsam mit dem National Laboratory of the Rockies das ACCENT Center gegründet.

Hendrik Lohmann·aktualisiert 30. Juli 2026

Neues US-Zentrum für Betoninnovation: ACCENT beschleunigt Materialprüfung und KI-Modellierung

Ziel: Beschleunigung der Materialqualifizierung durch multiskalige Prüfung, KI-gestützte Modellierung und Pilotproduktion. Erste öffentliche Datenbank für standardisierte Performance-Daten in den USA entsteht.

Aufbau und Funktion

ACCENT steht für Center of Excellence for Advancement and Acceleration of Cement and Concrete Engineering Technologies. Die Leitung übernimmt Denise Antunes da Silva als Executive Director. Das Zentrum vereint drei Funktionen an einem Standort: Labortest, computergestützte Modellierung, Pilotfertigung. Diese Bündelung existiert in den USA bisher nicht. Die zugehörige Datenbank integriert unabhängige Prüfergebnisse, Langzeit-Dauerhaftigkeitsdaten und digitale Modelle. Millionen standardisierter Materialdatensätze werden öffentlich zugänglich. Die Lücke zwischen Laborergebnis und Feldverhalten wird geschlossen. Die Qualifizierung neuer Materialien erfolgt schneller und zuverlässiger als nach bisherigen Verfahren.

Strukturelle Kennzahlen

Der Sektor unterliegt einer Wirtschaftsleistung von 25 Billionen US-Dollar. Die USA importieren etwa 25 Prozent ihres Zementbedarfs, jährlich 2,6 Milliarden US-Dollar. Der Wohnungsfehlbestand übersteigt vier Millionen Einheiten. Die Zementnachfrage wächst Prognosen zufolge bis 2032 um nahezu 30 Prozent. Die inländische Produktionskapazität bleibt begrenzt durch alternde Anlagen, langwierige Genehmigungsverfahren und hohen Kapitalbedarf. Robert Wagner, Associate Laboratory Director bei ORNL, benennt Versorgungsrisiken und Kostenentwicklung als zentrale Herausforderungen.

Relevanz für die Tragwerksplanung

Standardisierte Performance-Daten verkürzen die Bewertung innovativer Betone. Tragwerksplaner erhalten eine Datengrundlage für Nachweise außerhalb konventioneller Zulassungspfade. Verfügbare Langzeit-Dauerhaftigkeitsdaten reduzieren Sicherheitszuschläge bei unbekannten Materialien. KI-gestützte Modelle ergänzen klassische Bemessungsverfahren. Die genannten Kennzahlen betreffen ausschließlich den US-Markt. Eine Anwendung im deutschen Zulassungsumfeld – DIN EN 206, Eurocode 2 – erfordert eigenständige Prüfung.