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Innovative Bauverfahren: Von Brückenmonitoring bis zum automatisierten 3D-Betondruck

Wie die Fachzeitschrift Bauingenieur in ihrer September-Ausgabe 2026 berichtet, bündelt das Heft vier Bauverfahren: sensorbasiertes Strukturmonitoring bestehender Brücken, Mikropfahlgründungen…

Hendrik Lohmann·aktualisiert 14. September 2026

Innovative Bauverfahren: Von Brückenmonitoring bis zum automatisierten 3D-Betondruck

Wie die Fachzeitschrift Bauingenieur in ihrer September-Ausgabe 2026 berichtet, bündelt das Heft vier Bauverfahren: sensorbasiertes Strukturmonitoring bestehender Brücken, Mikropfahlgründungen, automatisierter 3D-Druck von Betonwänden sowie Schalungs- und Klettertechnik im Hochhausbau. Die Konstellation verschiebt die Tragwerksaufgabe von der einmaligen Bemessung hin zu dauerhaft messbaren Tragwerken und additiver Vor-Ort-Fertigung.

Sensorik und Baugrund im Bestand

Berichtet wird über sensorbasiertes Strukturmonitoring bestehender Brücken. Messgrößen sind Verformungen, Dehnungen und Schwingungsantworten unter Verkehrslast. Die Auswertung liefert Beanspruchungsdaten, die im bisherigen Nachweisformat nicht abgebildet sind. Der Vorteil liegt in der Beobachtung tatsächlicher Lastkollektive über die Nutzungsdauer. Der Aufwand liegt in der Datenreihen-Auswertung und der Plausibilitätsprüfung gegen die Bemessungsannahmen.

Ein zweiter Schwerpunkt behandelt Mikropfahlgründungen. Einsatzbereich sind beengte Baugrundverhältnisse, schwer zugängliche Innenstadtlagen und Sanierungen mit begrenzter Eingriffstiefe. Bohrverfahren, Pfahldurchmesser und Lastabtrag bestimmen die Tragfähigkeit. Der Nachweis verlangt Baugrundaufschlüsse und Probebelastungen. Das Verfahren ist dort wirtschaftlich, wo Flachgründungen an Baugrundgrenzen stoßen.

Additive Fertigung im Hochbau

Berichtet wird zudem über die automatisierte Vor-Ort-Fertigung von Betonwänden mittels 3D-Druck. Die Tragfähigkeit ergibt sich aus Schichtaufbau, Betonrezeptur und Bewehrungsintegration. Druckparameter, Schichtdicke und Aushärtezeit sind die maßgeblichen Kenngrößen. Die Anisotropie des Schichtgefüges verlangt eine abweichende Bemessung gegenüber gegossenem Beton. Die normative Einordnung der additiven Verfahren bleibt offen.

Ergänzend behandelt die Ausgabe moderne Schalungs- und Klettertechnik bei Hochhausbauten. Beide Verfahren verändern die Schnittstelle zwischen Baustelle und Werkstatt. Die Bemessung muss die jeweiligen Bauzustände abbilden.

Investitionskontext und Prüfkette

Parallel rückt die EXPO REAL 2026 in München das Thema Infrastruktur in den Vordergrund. Die Messe läuft vom 5. bis 7. Oktober. „Investierbare Infrastruktur" wird ab 2026 als eigenständige Assetklasse positioniert. Das Forum „InfrastructureNow" bündelt die Bereiche Energie, Daten und KI, Verteidigung und Soziales. Die Messe rechnet 2026 mit einer ähnlich hohen Ausstellerzahl wie 2025 (1.742 Aussteller aus 34 Ländern).

Für die Tragwerksplanung verschiebt sich die Auftraggeberstruktur: neben öffentliche Bauherren treten institutionelle Investoren. Die Bemessungsgrundlagen bleiben gleich. Die Finanzierungslogik verändert sich.

Die vier Themen verlangen eine Anpassung der Nachweisführung. Zu prüfen ist, ob Messdaten, Baugrundgutachten und Druckprotokolle in der eigenen Projektakte reproduzierbar dokumentiert sind. Die Ausgabe liefert die Verfahren. Die Prüfung der Nachweise bleibt Aufgabe des Planers.