Modulare Bauweise für KI-Rechenzentren: Effizienz durch Off-Site-Fertigung
Modulare Fertigung für KI-Rechenzentren. Das Korea Institute of Civil Engineering and Building Technology (KICT) treibt den Einsatz von Off-Site Construction (OSC) für den Bau von KI-Rechenzentren voran.
Hendrik Lohmann·aktualisiert 07. September 2026

Die Analyse ergibt eine technologische Reaktion auf die spezifischen Lasten: Hohe Dichte und hohe Wärmeentwicklung erfordern eine Verlagerung der Fertigung vom Baustandard zum modularen System. Die gesamte Kette – von Design bis zur Kühlung – wird auf Standardisierung und Vorfertigung umgestellt.
Lastpfade und Produktionssystematik
Die bestehende on-site-Bauweise stößt an Grenzen. KICT identifiziert eine Systemänderung: Die Fertigung verlagert sich in kontrollierte Produktionsumgebungen. Der Fokus liegt auf mechanischen Systemen, Kühlung, Energie und Designautomatisierung. Die Zielgröße ist die Verkürzung der Bauzeit bei gleichzeitiger Sicherung der statischen und betrieblichen Funktionsfähigkeit. Die geplante Methodik umfasst modulare Produktionstechnologien und eine AI-BIM-gestützte Planung. Dies stellt einen Wechsel in der Lastabtragung und der Konstruktionslogik dar.
Logistische Zusatzlasten im Bestand
Parallel dazu meldet ein Bericht aus den USA eine veränderte Infrastrukturbelastung. Der Bau der Rechenzentren erzeugt Nachfrage nach dem Transport von übergroßen Ausrüstungen und Baumaterialien. Die Spottpreise in den Segmenten Flatbed und Heavy-Haul erreichen mehrjährige Höchststände. Die Flottenkapazität ist in den Regionen mit aktiver Bautätigkeit begrenzt. Die Standortwahl – oft in ländlichen Gebieten – verändert etablierte Transportrouten und -volumina. Die Forschung zeigt, dass 67 % der geplanten Rechenzentren in ländlichen Kreisen angesiedelt werden. Nach Fertigstellung sinkt der Frachtverkehr zu den Standorten signifikant.
Konstruktive und betriebliche Konsequenz
Die Entwicklung zeigt zwei Tragstrukturen: Eine produktionsseitige Systemänderung in der Fertigung und eine infrastrukturelle Zusatzbelastung in der Logistik. Für den Planer ergeben sich Prüfpunkte: Die Modularisierung erfordert neue statische Nachweise für Transport und Montage. Die logistischen Lasten auf das regionale Straßennetz müssen in der Standorterschließung kalkuliert werden. Die Forderung nach technologischer Innovation über den gesamten Bauprozess hinweg ist die operative Zielgröße. Die Regierung Südkoreas signalisiert Unterstützung durch institutionelle Verbesserungen in den Bereichen Standortwahl, Infrastruktur, Design und Bau. Die technologische Führungsrolle im Bereich der „K-Construction Technology“ wird strategisch angestrebt.