Neubau der Multifunktionsarena in Frankfurt: Populous übernimmt Generalplanung
Wie die FAZ berichtet, erhält das US-Architekturbüro Populous den Zuschlag für die Generalplanung der Frankfurter Multifunktionsarena am Waldstadion.
Hendrik Lohmann·aktualisiert 29. Juli 2026

180 Unternehmen hatten sich im europaweiten Vergabeverfahren beworben. Die Halle mit 15.000 Plätzen entsteht auf dem Parkplatz P9; die Totalunternehmerleistung soll im Herbst 2027 ausgeschrieben werden.
Planungsteam und Leistungspaket
Generalplaner ist Populous mit Stammsitz in den USA und Niederlassung in München. Referenzen: Tottenham-Stadion, Uber Arena Berlin, derzeit Munich Arena. Ingenieurpartner ist das britische Büro Happold; im Inland verantwortete es die Tragwerksplanung des SAP Garden im Münchner Olympiapark. Drees & Sommer ergänzt als Immobilienberater; das Unternehmen betreute die Modernisierung der VfB-Stuttgart-Haupttribüne und ist in Frankfurt vertreten. Die Machbarkeitsstudie des Frankfurter Büros AS+P aus 2024 wird weiterentwickelt. Mit der Vergabe beginnt für die Projektgesellschaft die nächste Phase. Der Auftrag umfasst planungs- und baurechtliche Fragen, Objekt- und Tragwerksplanung sowie technische Gebäudeausrüstung. Die Fassadengestaltung bleibt ausdrücklich einem späteren Verfahren vorbehalten.
Standort, Kosten, Nutzung
Baugrund ist der Parkplatz P9. Ältere Schätzungen setzen den städtischen Baukostenanteil bei rund 260 Millionen Euro an. Moritz Schneider, Geschäftsführer der Projektentwicklungsgesellschaft Sportpark Stadion, formuliert das Ziel: „eine Planung, die Qualität, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit berücksichtigt". Nutzungsprofil: Eishockey, Basketball, Konzerte. Bauherr ist die städtische Sportpark Stadion GmbH.
Tragwerksrelevanz und Bindungsrisiko
Tragwerksplanung ist im Auftrag verankert. Die Geometrie der Halle bleibt zum Vergabezeitpunkt offen, da die architektonische Vertiefung im nachgelagerten Verfahren erfolgt. Die Folge: Spannweiten, Lastabtragung und Gründungssituation werden parallel zur architektonischen Bearbeitung geführt. Der Bund Deutscher Architekten kritisiert den Verzicht auf einen vorgelagerten Architektenwettbewerb. Begründung: Es sei fraglich, ob die inhaltliche Auseinandersetzung mit Architektur und Stadtraum bei einer Beauftragung des Generalplanungsunternehmens in den ersten Leistungsphasen ausreichend gesichert ist. Für die Tragwerksplanung folgt daraus eine iterative Bearbeitung über mehrere Leistungsphasen. Die Bemessungsgrundlagen sind so zu definieren, dass sie nach geometrischer Anpassung Bestand haben. Nachträgliche Geometrieänderungen sind im Projektverlauf einzuplanen. Die Ausschreibung der Totalunternehmerleistung im Herbst 2027 setzt eine tragfähige Vorplanung voraus. Andernfalls steigen Nachtragsrisiken in der Ausführungsphase.