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Meldung

Ingenieurarbeitsmarkt: Rekordarbeitslosigkeit trifft auf Fachkräftemangel

Der VDI meldet für das vierte Quartal 2025 einen Höchststand der Arbeitslosigkeit in Ingenieur- und IT-Berufen. Die Erhebung reicht bis 2011 zurück. 58.400 Menschen sind arbeitslos gemeldet.

Hendrik Lohmann·aktualisiert 04. August 2026

Ingenieurarbeitsmarkt: Rekordarbeitslosigkeit trifft auf Fachkräftemangel

Die Zahl der offenen Stellen sank im Vorjahresvergleich um 18 Prozent auf 97.000. Der Anstieg im Bauingenieurwesen bleibt moderat. Diese Diskrepanz ist für die Tragwerksplanung bundesweit von Bedeutung. Die Verfügbarkeit von Statikern bleibt ein Engpassfaktor in der Bauwirtschaft. Der Befund erfordert eine differenzierte Bewertung der Lastverteilung.

Lastverteilung zwischen den Berufsfeldern

Die Arbeitslosigkeit verteilt sich ungleich auf die Berufsfelder. Die technische Forschung und die Produktionssteuerung tragen den Hauptanteil des Anstiegs. Das Bauingenieurwesen zeigt einen moderaten Verlauf. VDI-Direktor Adrian Willig benennt die schwache wirtschaftliche Entwicklung als Ursache. Die Investitionszurückhaltung der Unternehmen reduziert die Neueinstellungen. 97.000 offene Stellen belegen die Nachfrage nach technischen Fachkräften. Der Markt für Tragwerksplanung bleibt angespannt. Die Auftragslage öffentlicher und privater Bauherren entscheidet über den Personalbedarf. Die Konjunkturabhängigkeit der Bauwirtschaft erfordert Kapazitätsplanung.

Strukturelle Faktoren der Fachkräftesicherung

Die Beschäftigtenzahl in Ingenieur- und IT-Berufen stieg zwischen 2012 und 2025 um 224.700. Ohne Zuwanderung wäre der Zuwachs auf 91.800 begrenzt. Die Zuwanderung bleibt ein tragendes Element der Fachkräftesicherung. Die Zahl der erwerbstätigen Frauen mit ingenieur- oder informatiknahen Abschlüssen stieg zwischen 2015 und 2023 um mehr als ein Viertel. Zusätzliches Potenzial liegt in der Erwerbsbeteiligung. Der VDI bezeichnet Zuwanderung als unverzichtbar. Der Verband warnt vor Fehlschlüssen aus den Arbeitslosenzahlen. Die Personalkapazität der Ingenieurbüros bleibt ein limitierender Faktor für die Projektabwicklung. Die Tragfähigkeit der Personaldecke entscheidet über die Projektrealisierung.

Statische Bewertung

Die Datenlage stützt keine Reduktion des Bedarfs an Bauingenieuren. Die kurzfristige Konjunkturdämpfung überlagert den langfristigen Bedarf. Infrastrukturmodernisierung, Energieversorgungstransformation und Digitalisierung treiben die Nachfrage nach technischen Fachkräften. Der moderate Anstieg der Arbeitslosigkeit im Bauingenieurwesen entlastet den Planungsmarkt nicht. Die Diskrepanz zwischen Höchststand der Gesamtarbeitslosigkeit und hohem Niveau offener Stellen bleibt bestehen. Der Nachweis des Bedarfs erfolgt an konkreten Infrastrukturaufgaben. Tragwerksplaner bleiben gesuchte Fachkräfte. Der Arbeitsmarkt für Bauingenieure bleibt ein Markt mit hoher Spezialisierung.