drews-floeter.
Meldung

DCB 2026: Aktuelle Trends in der Tragwerksplanung und Baustatik

Internationale Wissenschaftliche Konferenz „Civil Engineering Design and Construction" (DCB 2026) versammelte nach Angaben von Sciforum/MDPI Bauingenieure und Tragwerksplaner in Varna.

Hendrik Lohmann·aktualisiert 16. September 2026

DCB 2026: Aktuelle Trends in der Tragwerksplanung und Baustatik

Die XIV. Internationale Wissenschaftliche Konferenz „Civil Engineering Design and Construction" (DCB 2026) versammelte nach Angaben von Sciforum/MDPI Bauingenieure und Tragwerksplaner in Varna. Die Tagung behandelte drei Themenfelder des Konstruktiven Ingenieurbaus: seismische Berechnungsverfahren, neue Betonwerkstoffe und Monitoringsysteme für Brücken und Infrastrukturbauten. Eine Bewertung der Beiträge liefert Hinweise für die tägliche Arbeit in der Tragwerksplanung.

Seismische Berechnungsverfahren

Dynamische Modelle bilden die Grundlage jeder seismischen Bemessung. Modale Analysen, Antwortspektrenverfahren und nichtlineare Zeitverlaufsberechnungen liefern die Schnittgrößen für den Nachweis im Grenzzustand der Tragfähigkeit. Die Konferenz zeigte nach Angaben des Veranstalters Fortschritte in der numerischen Erfassung der Baugrund-Tragwerk-Interaktion. Eine realitätsnahe Modellierung reduziert konservative Sicherheitszuschläge und verbessert die Prognose des tatsächlichen Tragverhaltens unter Erdbebenlasten. Die Ergebnisse berühren unmittelbar die Frage, welche Berechnungsverfahren in den Erdbebenzonen Europas anzuwenden sind.

Neue Betonwerkstoffe

Hochleistungsbetone und faserbewehrte Werkstoffe erweitern die Grenzen der Druckfestigkeit, Zugfestigkeit und Duktilität. Die Bemessung verlangt die exakte Erfassung der Materialkennwerte aus Versuchen und Zulassungen. Tragwerksplaner überführen diese Werte in die Nachweisführung. Standardwerte aus älteren Regelwerken verlieren für neue Werkstoffe ihre Gültigkeit. Eine ungeprüfte Übernahme von Tabellenwerten ist nicht statthaft. Die Beiträge betonten die Notwendigkeit einer werkstoffspezifischen Modellbildung.

Monitoringsysteme

Sensorbasierte Überwachung liefert Verformungen, Eigenfrequenzen und Dehnungen als Messdaten für die Nachrechnung bestehender Tragwerke. Die Konferenz behandelte nach Angaben des Veranstalters Methoden zur modellbasierten Auswertung von Messreihen. Bestandsbauwerke lassen sich dadurch präziser bewerten als durch reine Stichprobenprüfungen. Die gewonnenen Daten ermöglichen eine Anpassung der Rechenmodelle an das tatsächliche Verhalten unter Betriebslasten. Die Schnittstelle zwischen Messung und Modellkalibrierung bildet den methodischen Kern.

Die drei Themenfelder greifen ineinander. Modelle, Materialkennwerte und Messdaten bilden gemeinsam die Datenbasis jeder Bemessung. Die Übernahme in deutsche Projekte erfordert die Prüfung der normativen Übertragbarkeit. Das eigene Büro in Fulda prüft die Anwendbarkeit auf laufende Vorhaben in der Region und angrenzenden Bundesländern.