Dr. Jens Vornholt übernimmt Professur für Baustatik an der TH OWL
Lehrauftrag im Stahlbau an der TH OWL von September 2023 bis Juli 2025.
Hendrik Lohmann·aktualisiert 18. September 2026

Nach Angaben der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe übernimmt Dr. Jens Vornholt seit dem 1. September die Professur für Baustatik und konstruktiven Ingenieurbau im Fachbereich Bauen und Umwelt am Standort Lemgo. Der 34-jährige Bauingenieur war zuletzt als Projektingenieur bei der Ingenieursozietät Schürmann – Kindmann und Partner tätig. Sein Forschungsgebiet: das Tragverhalten von Verbindungen im Stahlbau. Die Berufung stärkt das Stahlbau-Profil der Hochschule um eine weitere Professur.
Werdegang
Die Qualifikation folgt einem geradlinigen Pfad. Ausbildung zum Bauzeichner 2010 bis 2012. Anschließend Bachelor und Master Bauingenieurwesen an der FH Münster. Wissenschaftlicher Mitarbeiter ebenda 2018 bis 2024. Parallel Promotion an der Ruhr-Universität Bochum 2020 bis 2026. Dissertationsthema: Tragverhalten von Stirnplattenverbindungen mit I- und H-Querschnitten.
Lehrerfahrung besteht bereits. Lehrauftrag im Stahlbau an der TH OWL von September 2023 bis Juli 2025. Unterricht in Bachelor- und Masterstudiengängen. Davor vier Semester Lehre im Fachgebiet Stahlbau.
Forschungs- und Lehransatz
Die künftige Forschung setzt das Promotionsthema fort. Geplant ist die Weiterentwicklung von Konstruktions- und Bemessungslösungen für Verbindungen im Stahlbau. Im Fokus stehen neue Einsatzmöglichkeiten ebenso wie wirtschaftlichere Lösungen. Methodisch setzt Vornholt auf modellgestützte Vermittlung und Beispiele aus der Praxis. Studierende sollen bautechnisches Verständnis neben Formeln und Berechnungsverfahren entwickeln und konstruktive Zusammenhänge eigenständig einordnen können. Kooperationen mit Unternehmen und Handwerk sollen Fragestellungen aus der Praxis in die Hochschule tragen. Im Austausch mit der regionalen Wirtschaft sieht Vornholt die Grundlage für praxisnahe Forschung und Lehre. Ziel: Stärkung der Verbindung zwischen Hochschule und Unternehmen.
Bedeutung für die Anschlussbemessung
Stirnplattenverbindungen mit I- und H-Querschnitten gehören zum Standardrepertoire der Bemessung im Stahl- und Verbundbau. Sie treten in Träger-Stützen-Knoten, Rahmenecken und Trägerstößen auf. Ihr Tragverhalten bestimmt Rotationssteifigkeit, Momententragfähigkeit und Verformungsverhalten des Anschlusses. Diese Größen bilden die Eingangswerte für den rechnerischen Anschlussnachweis im Gesamttragwerk. Eine Dissertation mit Projektingenieur-Hintergrund liefert Bemessungsdaten aus der Ingenieurbüropraxis. Ziel der Forschung sind wirtschaftlichere Bemessungslösungen für diese Standardbauteile.