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Bauwirtschaft am Wendepunkt: Herausforderungen für die Tragwerksplanung

51,7 Milliarden Euro. Das prognostizierte reale Bauvolumen Österreichs für 2026. Gegenüber 2021 entspricht das einem Rückgang von zwölf Prozent. Die EY-Parthenon-Bauprognose 2026 markiert diesen Wert als Tiefpunkt.

Hendrik Lohmann·aktualisiert 23. Juli 2026

Bauwirtschaft am Wendepunkt: Herausforderungen für die Tragwerksplanung

Für Ingenieurbüros in der Tragwerksplanung signalisiert die Zahl einen weiteren Rückgang im Auftragseingang – vor allem im Hochbau.

Hochbau: Der relevante Markt schrumpft

Das reale Hochbauvolumen sank von 50,6 Milliarden Euro (2021) auf 43,3 Milliarden Euro (2025). Durchschnittlicher Rückgang: 3,9 Prozent pro Jahr. Für 2026 prognostiziert EY ein weiteres Minus von 0,3 Prozent. Erst ab 2027 wird Wachstum erwartet – 0,7 Prozent. Bis 2028 steigt das Hochbauvolumen auf 43,9 Milliarden Euro. Die Entfernung zum Niveau 2021 bleibt erheblich.

Der Neubau trägt die Hauptlast. Das reale Neubauvolumen im Hochbau fiel von 35,4 Milliarden Euro (2021) auf 27,9 Milliarden Euro (2025). Rückgang: 5,8 Prozent pro Jahr. 2026 wird ein Wachstum von 0,6 Prozent erwartet. Die Größenordnung reicht nicht aus, um die Verluste der Vorjahre aufzufüllen.

Renovierungen entwickelten sich stabiler. Das Volumen lag 2025 bei 15,4 Milliarden Euro, nahe dem Niveau von 2021. Für 2026 erwartet EY jedoch einen Rückgang von 1,9 Prozent. Der Wohnungsbau – das Segment mit dem größten Tragwerksplanungsanteil – verharrt bei rund 27,5 Milliarden Euro und bleibt bis 2028 unter dem Wert von 2024.

Baubewilligungen: Die Pipeline bleibt dünn

Die Zahl der Baubewilligungen im Wohngebäudebereich stieg 2025 leicht auf rund 11.000. Der Höchststand 2021 lag bei rund 23.000. Die Differenz markiert die Schrumpfung der Planungspipeline. Weniger Bewilligungen bedeuten weniger Folgeaufträge in der Tragwerksplanung. Projekte, die vor einigen Jahren kalkulierbar waren, rechnen sich unter den aktuellen Kosten-, Finanzierungs- und Rahmenbedingungen nicht mehr.

Die Prognose bis 2028: durchschnittliches Wachstum von 0,1 Prozent pro Jahr. Die Erholung erfolgt – wenn überhaupt – in minimalen Schritten. Für die Auslastung von Ingenieurbüros bedeutet dies: Bestandssicherung vor Aufwuchs.