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Wie antike römische Betonrezepturen die moderne Tragwerksplanung revolutionieren

50 Prozent Lebensdauerzugewinn. 40 Prozent der CO2-Emissionen konventioneller Mischungen. Diese Kennzahlen gibt das Startup DMAT für einen Betonzusatzstoff auf Basis antik-römischer Rezepturen an.

Hendrik Lohmann·aktualisiert 19. August 2026

Wie antike römische Betonrezepturen die moderne Tragwerksplanung revolutionieren

Die Datenbasis bildet eine einjährige Probekörperprüfung.

Der mechanische Befund

MIT-Associate-Professor Admir Masic forscht zur Dauerhaftigkeit römischer Betonstrukturen. Die Arbeit umfasst die Analyse von Bauwerken in Pompeji. Die 2023 publizierte Studie dokumentiert den Selbstheilungsmechanismus. Calciumreiche Kalkklumpen im Gefüge lösen sich bei Rissbildung. Die Calciumionen wandern in die Risszone. Die Rekristallisation schließt die Öffnung. Die Verifikation erfolgte über mikroskopische und chemische Charakterisierung. DMAT überträgt den Befund in eine Mischungsformulierung. Die calciumreichen Bestandteile verbleiben als Reservoirs im Gemisch. Festigkeit und Dauerhaftigkeit wurden über zwölf Monate an Probekörpern geprüft.

Marktzulassung und Projekte

DMAT wurde 2021 gegründet. Die Mitgründer sind Admir Masic und der italienische Unternehmer Paolo Sabatini. Die Lizenz der MIT-Basistechnologie bildet die Grundlage. DMAT entwickelte ein Patentportfolio darüber hinaus. Die Zertifizierung nach europäischen Sicherheits- und Leistungsstandards ist abgeschlossen. Die Anwendung umfasst Untergrundwassertanks, Straßenbarrieren und Fahrbahnbeläge. Die Projekte liegen in Italien und der Schweiz. Die Markterschließung in den USA ist angekündigt. Die Implementierung in bestehende Betonwerke erfordert keine Anlagenmodifikation. Die Wettbewerbsfähigkeit stützt sich laut Unternehmen auf das Preisniveau und die Kompatibilität mit bestehenden Produktionslinien.

Konsequenz für die Tragwerksplanung

Die Dauerhaftigkeitseigenschaften verschieben sich durch den Zusatzstoff. Die Selbstheilungseigenschaft ist nicht Bestandteil der normativen Bemessung nach DIN EN 206 und DIN 1045. Die Prüfung der Eignung für das Bauteil bleibt erforderlich. Die Zuordnung zu Expositionsklassen wie XC, XD oder XF setzt den Nachweis der Dauerhaftigkeit am modifizierten Gemisch voraus. Die Lebensdauerbemessung kann die dokumentierte Rissheilung berücksichtigen. Die Verifikation der Herstellerangaben am Projekt ist Voraussetzung für die Anwendung. Die Verantwortung für die Bewertung der Leistungsmerkmale verbleibt bei der Tragwerksplanung.