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Tragwerksplanung für Robotik und kritische Infrastruktur: Herausforderungen bei schweren Systemen

HD Advanced Technologies (HD AT) hat in viereinhalb Monaten ein unbemanntes Landfahrzeug mit über vier Tonnen Eigengewicht und zwei Tonnen Nutzlast entwickelt.

Hendrik Lohmann·aktualisiert 06. September 2026

Tragwerksplanung für Robotik und kritische Infrastruktur: Herausforderungen bei schweren Systemen

Die hundertprozentige Tochter der Heidelberger Druckmaschinen AG überträgt Kernfähigkeiten aus dem Druckmaschinenbau auf Maschinenbau, Robotik und kritische Infrastruktur. Geschäftsführer Michael Wellenzohn benennt Pneumatik, Mechatronik, Hydraulik, optische Systeme und Software als technologische Basis, ergänzt um Fertigung, Guss und Montage. Vergabeprozesse im Verteidigungsgeschäft hätten lange Vorlaufzeiten; gleichzeitig biete der Markt langfristige Perspektive. Für die Tragwerksplanung ergeben sich neue Plattformen mit abweichenden Lastannahmen und dynamischen Beanspruchungen.

Plattformen statt Druckmaschinen

HD AT versteht sich gegenüber Rheinmetall und KNDS als „Partner auf Tier-1-Ebene" — Lieferant kompletter Subsysteme, nicht Systemführer. Die Eigenentwicklung UGV: Eigengewicht über vier Tonnen, Nutzlast zwei Tonnen, Entwicklungszeit viereinhalb Monate. Einsatzfelder laut HD AT: Militär, Logistikparks, Flughäfen.

Der Nachweis zeigt: Die Kombination aus hoher Eigenmasse und signifikanter Nutzlast erfordert steife Rahmentragwerke und leistungsfähige Fahrwerksstrukturen. Militärische Lastnormen weichen von zivilen Maschinenbaunormen ab. Dynamische Lastanteile aus Geländeunebenheiten, Anprall- und Bremsszenarien sind nachzuweisen.

Parallel dazu gründete HD AT mit dem US-amerikanisch-israelischen Unternehmen Ondas Autonomous Systems das Startup Onberg. Aufgabe: integrierte Systeme zur Drohnenabwehr für Verteidigung und Schutz kritischer Infrastruktur. Ein Joint Venture mit dem ukrainischen Drohnenentwickler Skyeton soll Luft- und Bodensysteme vernetzen. Die Lastabtragung stationärer Abwehrsysteme an Umspannwerken, Energieverteilern und Rechenzentren erfordert modulare Plattformtragwerke mit dynamischen Lasten aus Sensorik, Aktuatorik und ballistischer Beanspruchung.

Kontext und Prüfaufgaben

tagesschau.de und WDR melden erneute Angriffe auf Umspannwerke. buten un binnen fragt zur Resilienz des Bremer Energie-Netzes. Die genannten Anwendungsfelder — UGV, Drohnenabwehr, stationäre Plattformen — treffen damit auf eine dokumentierte Bedrohungslage.

Die Tragwerksplanung prüft:

  • Lastannahmen nach militärischen und sicherheitsrelevanten Normen. Dynamische Anteile aus Antrieben, Bremsen, Anprall und Abwehrreaktionen sind explizit nachzuweisen.
  • Schnittstellen und Modularität bei Plattformen, die mit Partnern zu Gesamtsystemen verbunden werden. Schnittstellenlasten, Kompatibilität der Tragstruktur und Anschlusssteifigkeiten sind frühzeitig festzulegen.
  • Fertigungsgrenzen: HD AT bringt Kompetenzen in Guss und Montage ein. Gusstoleranzen, Schweißbarkeit und Bearbeitungszugaben beeinflussen die Bemessung und sind mit dem Hersteller abzustimmen.

Vergabeprozesse haben lange Vorlaufzeiten. Die Bemessung von Plattformtragwerken für Maschinenbau, Robotik und Schutz kritischer Infrastruktur verlangt jetzt den Aufbau entsprechender Kapazitäten.