Präzision im Holzbau: Tragwerksplanung für hybride Großprojekte
Nach Angaben von Fastener + Fixing Magazine entsteht am Flughafen Luxemburg der Skypark Business Center.
Hendrik Lohmann·aktualisiert 10. August 2026

Das Gebäude zählt zu den größten hybriden Holztragwerken Europas. 15.000 Schrauben des Typs Klimas WKCP übernehmen die Holzverbindungen in einem Tragsystem aus Brettsperrholz, Stahl und Stahlbeton.
Tragsystem und Mengen
Die Nutzfläche überschreitet 70.000 m². Das verbaute Konstruktionsholz beläuft sich auf rund 15.000 m³. Die hybride Struktur kombiniert Stahlbetonskelett, Stahlfachwerk und Brettsperrholz zu einer Gesamttragstruktur. Die 47 m langen Verbindungsglieder bestehen aus Stahlfachwerkträgern und überspannen die stützenfreien Bereiche zwischen den Gebäudekernen.
Verbindung als Lastpfad
Die WKCP-Schraube verfügt über eine Senkkopfspitze zur Reduktion des Einschraubwiderstands, ein hohes Drehmoment und ein Doppelgewinde für sauberen Eintrieb. Unterschiedliche Längen decken verschiedene Anschlusssituationen ab. Nach Herstellerangaben übertragen die Schrauben Zug- und Scherkräfte zwischen den Holzbauteilen. Die Verbindungselemente bleiben nach Abschluss der Montage unsichtbar. Klimas bezeichnet sie als „silent heroes" der Holztragwerke. Deren Tragfähigkeit bestimmt Steifigkeit, Festigkeit und Dauerhaftigkeit des Gesamtsystems. Präsident Wojciech Klimas sieht den Holzbau im Aufwind, getragen von Umweltauflagen und vom wachsenden Bewusstsein der Investoren. Der Skypark gilt als Referenzobjekt für die Leistungsfähigkeit moderner Holzverbindungen in kommerziellen Großprojekten.
Prüfrelevanz für Tragwerksplaner
Hybride Holztragwerke erfordern den Nachweis der Lastübertragung an jeder Schnittstelle zwischen Holz, Stahl und Beton. Schraubverbindungen sind nach der Montage nicht mehr kontrollierbar. Ihre Auslegung bestimmt das Verformungsverhalten und die Tragsicherheit der Gesamtkonstruktion. Prüfstatiker übernehmen die vom Hersteller deklarierten charakteristischen Werte der Verbindungsmittel und führen sie in den projektspezifischen Nachweis nach EC 5 über. Die Dokumentation der Einbaubedingungen, Holzfeuchten und Einschraubtiefen ist zwingend. Bei Projekten dieser Größenordnung empfiehlt sich eine werkseigene Eingangskontrolle der Verbindungsmittelchargen sowie die Abstimmung der Achsraster und Randabstände mit den Vorgaben der europäischen Bemessungsnormen.