drews-floeter.
Meldung

Digitaler BGI-Planer: Effiziente Strategien für blau-grüne Infrastrukturprojekte

Das Kompetenzzentrum Wasser Berlin (KWB) gibt die Bereitstellung des Blau-Grünen Infrastrukturplaners (BGI-Planer) bekannt. Das digitale Werkzeug umfasst drei Module und einen Katalog mit 20 Maßnahmen für die Planung blau-grüner Infrastruktur.

Hendrik Lohmann·aktualisiert 19. September 2026

Digitaler BGI-Planer: Effiziente Strategien für blau-grüne Infrastrukturprojekte

Es ist unter bgi-planer.ts.berlin abrufbar. Die Anwendung richtet sich primär an die Berliner Verwaltung und Fachplaner, steht jedoch auch externen Nutzern offen. Projektgebiete werden in einer Kartenanwendung eingezeichnet oder als Geodaten hochgeladen.

Modulare Analyse

Modul 1 ermittelt anhand von Karten und Checklisten Risiken durch Starkregen, Defizite im Wasserhaushalt und beim Gewässerschutz. Modul 2 prüft mittels Potenzialkarten, welche blau-grünen Maßnahmen umsetzbar sind. Hindernisse aus Denkmalschutz oder bestehendem Baumbestand werden erfasst. Modul 3 stellt den Katalog mit 20 Maßnahmen bereit. Diese werden im Projektgebiet verortet. Die klimatische Wirkung schätzt das Wasserhaushaltsmodell ABIMO. Vorberechnete Szenarien zu Hitze und Starkregen ergänzen die Berechnung. Wirkung und Standorteignung von Mulden, Gründächern und entsiegelten Flächen werden damit bereits in frühen Planungsphasen quantifizierbar.

Tragwerksrelevanz

Die hinterlegten Maßnahmen berühren Lastannahmen und Wasserführung am Bauwerk. Gründächer erfordern erhöhte Flächenlasten und eine angepasste Dachentwässerung. Mulden verändern die örtliche Grundbruchsituation und die Kanalstatik. Flächenentsiegelung reduziert die Abflussbeiwerte. Der BGI-Planer liefert Standortparameter für diese Maßnahmen. Bei Übernahme in die eigene Berechnung sind die ausgegebenen Werte kritisch zu prüfen. Die Modellergebnisse ersetzen keinen projektbezogenen Einzelnachweis. Die offene Datenbasis erlaubt eine unabhängige Plausibilisierung. Laut KWB besteht die Besonderheit in der vereinfachten Verknüpfung von Planung und wissenschaftlicher Wirkungsmodellierung. Die Anwendung greift ausschließlich auf offene Daten des Geoportal Berlin zurück. Sie wurde mit offenen Frameworks entwickelt. Der Quellcode ist unter Open-Source-Lizenz veröffentlicht.

Projektrahmen

Das Werkzeug entstand im Smart-City-Projekt „SmartWater" und lag bislang prototypisch vor. Die Überführung in die Verwaltungspraxis erfolgt unter Federführung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Entwickelt wurde es vom KWB und der Technologiestiftung Berlin gemeinsam mit den Berliner Wasserbetrieben, der Berliner Regenwasseragentur, Senatsverwaltungen und zwei Bezirksämtern.