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Meldung

Biochar boosts carbon capture and strength in lime-based building materials

das Fachportal Bioengineer.org berichtet, deutet eine aktuelle Untersuchung darauf hin, dass die Zugabe von Biokohle in kalkbasierte Baustoffe sowohl die CO2-Bindung als auch die Druckfestigkeit verbessern kann.

Johanna Meisner·aktualisiert 02. August 2026

Biochar boosts carbon capture and strength in lime-based building materials

Für uns in der Tragwerksplanung ist das mehr als ein Laborkuriosum, denn Kalk gehört zu den ältesten und zugleich eigensinnigsten Bindemitteln, die wir in der Bestandssanierung antreffen — und jeder Beimischungsstoff berührt unmittelbar die Fragen, die wir bei jeder Materialprüfung stellen: Haltbarkeit, Feuchteverhalten und Ressourcenbilanz.

Was die Meldung für die Materialökologie bedeutet

Wir müssen berücksichtigen, dass kalkbasierte Mörtel und Putze seit Jahrhunderten das Rückgrat des Mauerwerksbaus bilden, ihre Leistungsfähigkeit jedoch empfindlich von Kornaufbau, Wassergehalt und Nachbehandlung abhängt. Wenn nun Biokohle als Additiv dergestalt wirkt, dass die Festigkeit steigt und gleichzeitig mehr Kohlenstoff dauerhaft im Bauteil gebunden wird, verschiebt sich das Verhältnis von Tragfähigkeit zu Klimaeinfluss in eine Richtung, die wir bisher eher theoretisch diskutiert haben. Wir sehen damit eine Materialkombination, die das Potenzial hat, zwei Forderungen zu bündeln — strukturelle Ertüchtigung und Kohlenstoffspeicherung — ohne dass wir auf hochtechnisierte Bindemittel ausweichen müssen.

Worauf wir in der Praxis achten sollten

Da bislang nur die Meldung über die Untersuchung vorliegt, nicht aber die zugrundeliegenden Versuchsreihen und Kennwerte, sollten wir die Ergebnisse mit der uns eigenen ingenieurtechnischen Nüchternheit einordnen. Entscheidend wird sein, welche Biokohlequalität — Korngröße, Pyrolysetemperatur, Schadstoffgehalt — eingesetzt wurde, wie sich Porosität und Wasserdampfdiffusion des Gesamtbaustoffs verändern und ob die Kohlenstoffbindung tatsächlich dauerhaft ist oder ob es im Laufe der Nutzung zu Rückoxidation kommen kann. Solche Fragen lassen sich nicht aus einer Überschrift ableiten, sondern nur aus der Lektüre der vollständigen Studie mit Lastzyklen, Carbonatisierungsdaten und Dauerhaftigkeitsprüfungen unter bauteilnahen Bedingungen.

Was sich für unsere Projekte abzeichnet

Wir beobachten diese Entwicklung mit Aufmerksamkeit, weil sie eine Brücke schlagen könnte zwischen denkmalgerechter Sanierung — wo Kalkputze ohnehin gesetzt sind — und modernen Anforderungen an die Reduktion grauer Emissionen. Sobald belastbare Kennwerte aus unabhängiger Prüfung vorliegen, lohnt es sich, die Machbarkeit für ein Pilotprojekt im Bestand zu prüfen, etwa bei der Ertüchtigung eines Mauerwerks mit erhöhter Druckbeanspruchung oder bei Innenputzen mit feuchteausgleichender Funktion. Bis dahin halten wir fest: Biokohle in Kalkbaustoffen ist ein vielversprechender Forschungsansatz, dessen Tragweite für unsere Planungspraxis wir noch nicht abschätzen können — und genau das ist der Punkt, an dem wir dranbleiben sollten.