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How to configure forklifts for construction materials applications. Business announcement in Forkliftaction

Wie das Branchenportal Construction Briefing berichtet, haben sich namhafte europäische Baustoffhersteller – darunter ArcelorMittal, Saint-Gobain, Holcim, Knauf, Rockwool und Wienerberger – hinter…

Johanna Meisner·aktualisiert 10. September 2026

How to configure forklifts for construction materials applications. Business announcement in Forkliftaction

Datenportal für Bauprodukte: Was die britische Initiative für die Tragwerksplanung bedeutet

Wie das Branchenportal Construction Briefing berichtet, haben sich namhafte europäische Baustoffhersteller – darunter ArcelorMittal, Saint-Gobain, Holcim, Knauf, Rockwool und Wienerberger – hinter einer neuen britischen Initiative versammelt: dem Manufacturers Information Hub (MIH). Wir müssen berücksichtigen, dass diese Entwicklung über den insularen Kontext Großbritanniens hinausweist, denn die zugrunde liegende Logik – verlässliche, digital zugängliche Produktinformationen über ein gemeinsames Gateway – berührt mittelfristig auch unsere tägliche Arbeit in der Tragwerksplanung und bei der Baustoffauswahl.

Befund: Ein Tor, kein Katalog

Anders als eine reine Produktdatenbank versteht sich der MIH laut Construction Briefing als standardisierter Zugangspunkt, der bestehende Herstellersysteme miteinander verknüpft und Produktdaten in einem einheitlichen Format bereitstellt. Die Initiative wird von UK Research and Innovation finanziert und von Herstellern sowie deren Verbänden getragen; gegründet wurde sie von Alex Small, der bei Tata Steel UK den Bereich digitale Plattformen verantwortet. Branchenorganisationen wie Construction Products Europe und GS1 sowie die Bauunternehmen Kier und Sir Robert McAlpine wirken ebenfalls mit. Ein funktionsfähiger Prototyp für erste Anwender wird nach den vorliegenden Informationen für Frühjahr 2027 angepeilt.

Small beschreibt den Anspruch des Hub so, dass Hersteller erstmals gemeinsam einen digitalen Zugang für Bauprodukte schaffen – mit dem Ziel, den Austausch geregelter Produktinformationen entlang der gesamten Lieferkette zu vereinfachen und einen digitalen Transformationsschub auszulösen.

Ursachenanalyse: Warum die Schnittstelle ins Stocken gerät

Hinter der Initiative steht ein strukturelles Problem, das uns in der Praxis seit Jahren beschäftigt. Nach dem Brexit verfolgen die EU und das Vereinigte Königreich getrennte Regelwerke für Bauprodukte – die EU arbeitet mit harmonisierten Normen, Großbritannien mit eigenen „Designated Standards". Das Ergebnis ist eine Mehrfachlogik an Konformitätskennzeichnungen, die von UKCA über CE bis hin zu CE & UK(NI) reicht. Wer ein Bauteil spezifiziert, muss heute oft erst durch mehrere Datenquellen navigieren, um belastbare Angaben zu Tragfähigkeit, Brandverhalten, Dauerhaftigkeit oder Umweltwirkung eines Produkts zu finden – ein Befund, den jeder Planer kennt, der schon einmal Leistungsverzeichnisse für Lieferungen ins Vereinigte Königreich aufgesetzt hat.

Dass ausgerechnet die großen europäischen Hersteller das britische Portal unterstützen, ist dabei kein Widerspruch, sondern ein Signal. Die EU-Kommission arbeitet parallel am Digital Product Passport, Großbritannien wiederum an einem eigenen digitalen Produktdatensatz, der zumindest teilweise mit dem europäischen System kompatibel sein soll. Wir erkennen hier den Versuch, die Fragmentierung der Datenwelten nicht länger auszuhalten, sondern aktiv zu überbrücken – freilich mit dem Risiko, dass zwei parallele Standardsorten entstehen, wo heute schon eine zu viel ist.

Lösungsansatz: Was sich für unsere Arbeit konkret verschiebt

Für die Tragwerksplanung heißt das vorerst: Produktinformationen werden in den nächsten Jahren nicht nur umfangreicher, sondern auch granularer maschinenlesbar verfügbar – sofern sich ein solches Gateway tatsächlich durchsetzt. Wir sollten schon jetzt prüfen, inwieweit unsere internen Stücklisten, Materialdatenbanken und LV-Texte künftig standardisierte Identifikatoren wie GS1-Codes aufnehmen können, ohne dass die Lesbarkeit für unsere Auftraggeber darunter leidet. Gleichzeitig lohnt der Blick auf die Schnittstellen, an denen Bemessung, Nachhaltigkeitsbewertung und Konformitätsnachweis heute noch mühsam zusammengeführt werden – genau dort wird ein geregelter digitaler Zugang den größten praktischen Nutzen entfalten.

Die Pilotphase des MIH wird zeigen, ob das Konzept über das Lippenbekenntnis hinausgeht und ob die versprochene Universalität im Spannungsfeld zwischen EU- und UK-Regulierung tatsächlich lebendig bleibt. Für unsere Baustoffauswahl bedeutet das bis auf Weiteres: konsequent die jeweils aktuelle Konformitätslage dokumentieren, mitlaufende Updates einkalkulieren – und skeptisch bleiben, wenn ein digitales Portal volle Harmonie verspricht, bevor es belastbar funktioniert.