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Digitale Durchgängigkeit in der Tragwerksplanung: Wie iModels den Datenaustausch revolutionieren

Wie Construction & Property News berichtet, will Bentley Systems mit MicroStation und iModels die Bruchstellen zwischen den Disziplinen schließen – und trifft damit ein Problem, das wir in der…

Johanna Meisner·aktualisiert 14. August 2026

Digitale Durchgängigkeit in der Tragwerksplanung: Wie iModels den Datenaustausch revolutionieren

Wie Construction & Property News berichtet, will Bentley Systems mit MicroStation und iModels die Bruchstellen zwischen den Disziplinen schließen – und trifft damit ein Problem, das wir in der Tragwerksplanung seit Jahren kennen. Eine Planung wandert durch fünf Modellstände, jeder Datentransfer produziert ein neues Konvertierungsrisiko, und am Ende liegt die Wahrheit in PDFs, die niemand mehr zusammenführt. Für unsere Arbeit in Fulda ist das mehr als ein Software-Update, denn es berührt die Frage, wie wir Verantwortung über die letzte Statikberechnung hinaus in den Betrieb unserer Bauwerke tragen können.

Wenn DWG, DGN und RVT endlich zusammenfinden

Der Kern des Ansatzes ist eigentlich banal und doch folgenreich: Wir können weiter in den gewohnten CAD-Umgebungen arbeiten – MicroStation, AutoCAD, Revit – und behalten die üblichen Dateiformate. Der Unterschied liegt darin, dass die Projektinformationen nicht mehr per E-Mail hin und hergeschickt werden, sondern in iModels fließen, die kontinuierlich aktualisiert und geteilt werden. Auf dem Weg durch jede Prüfphase werden die Daten verifiziert, bevor sie in die nächste Phase übergehen.

Das klingt nach IT-Routine, ist aber für unsere Arbeit eine handfeste Erleichterung. Clash-Detection, Koordination zwischen Statik, Haustechnik und Ausführung, Qualitätsprüfungen – all das funktioniert in einer einzigen Umgebung. Und was auf der Originaldatei geändert wird, propagiert sich automatisch durch den gesamten Workflow, sodass das finale Modell konsistent bleibt. Wir müssen berücksichtigen, dass dies die Fehleranfälligkeit deutlich reduziert, die wir aus der klassischen Planungsabfolge kennen.

Material und Modell – zwei Seiten derselben Aufgabe

Neben der reinen Datenlogik berührt das auch Themen, die uns als Materialökologen besonders beschäftigen. Wie Construction & Property News weiter berichtet, sieht Bentley die datengetriebene Arbeitsweise ausdrücklich als Grundlage, um Bauherren wertvolle digitale Bestandsinformationen zu liefern – bis hin zum intelligenten digitalen Zwilling, der das fertige Bauwerk abbildet. Damit wird die Lücke zwischen Planung und Betrieb kleiner, und genau dort entscheidet sich, ob ein Tragwerk im Lebenszyklus sinnvoll weitergepflegt werden kann.

Gleichzeitig zeigt sich, dass die Diskussion um CO₂-Reduktion im Bauwesen konkreter wird. Wie Engineering News-Record berichtet, hat eine New Yorker Koalition unlängst einen Embodied Carbon Action Plan vorgelegt, der unter anderem den Einsatz klinkerarmer Betone, ergänzender Bindemittel und rezyklierter Zuschläge vorsieht. Solche Strategien lassen sich nur dann zuverlässig bewerten, wenn wir die Stoffströme und Bauteildaten sauber dokumentiert im Modell haben – und nicht in verstreuten Excel-Tabellen. Hier schließt sich der Kreis: Datenqualität und Materialverantwortung gehören zusammen.

Was wir konkret prüfen sollten

Wir müssen nicht jede Softwareneuheit mitmachen, sollten aber drei Dinge im Blick behalten: Erstens, ob die eigenen CAD-Workflows bereits so aufgesetzt sind, dass Modellinformationen außerhalb der Datei lebensfähig bleiben. Zweitens, ob die Prüfkette – von der Vorstatik über die Genehmigungsplanung bis zur Ausführung – digital abgebildet wird, ohne dass am Ende wieder PDFs die einzige Wahrheit sind. Drittens, ob das, was wir am Ende übergeben, tatsächlich jene Informationen enthält, die ein Bestandsmanager oder ein Nachhaltigkeitsgutachter in zehn Jahren noch gebrauchen kann.

Denn am Ende ist es wie so oft in unserem Fach: Die Werkzeuge ändern sich, aber die Frage bleibt dieselbe – ob das, was wir planen, auch wirklich das ist, was am Ende steht.